Positionierung des Vereins Pflegeliga e.V.

Mittlerweile ist der Dschungel regionaler und überregionaler Internet- Plattformen rund um das Thema Pflege sehr groß, aber damit auch für die Suchenden sehr undurchsichtig geworden. Die Darstellung der einzelnen Einrichtungen ist sehr unterschiedlich ausgeprägt, je nach den Interessen der Portalbetreiber und leider nicht an dem wirklichen Bedarf der Suchenden ausgerichtet.

Auf vielen vorhandenen Portalen fehlt den Suchenden eine Orientierung, wie zufrieden die Bewohner, aber auch deren Angehörige tatsächlich sind. Der normale Suchende wird nie alle Informationen einsammeln können, da er die unterschiedlichen Plattformen gar nicht mehr im Internet-Dschungel findet.

Unser Ziel als gemeinnütziger Verein ist es, den Suchenden auf einer Internet- Seite alle Informationen in der Breite und Tiefe als Entscheidungshilfe vollständig und inhaltlich richtig abzubilden sowie auf jene Portale zu verlinken, wo zu der jeweiligen Einrichtung die spezifischen und hilfreichen Informationen zu finden sind, um eine wirkliche Transparenz in der Darstellung der Einrichtungen der Altenpflege zu bieten.

Der Vereinszweck ist auf das Erreichen folgender Ziele ausgerichtet:

  • Steigerung der Lebensqualität von zu pflegenden Senioren
  • Kompetente, qualifizierte und soziale Betreuung von zu pflegenden Senioren
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Qualifizierung des Personals

1. Der demographische Wandel unserer Gesellschaft und seine Folgen

Aus den vom statistischen Bundesamt veröffentlichen Prognosen ist zu ersehen, dass es Verschiebungen in der Altersstruktur unserer Bevölkerung gibt. Seit dem Jahr 2000 hat sich der demographische Faktor gewandelt. Der Jugendquotient hat sich verringert und der Altersquotient ist gestiegen. Diese Entwicklung hält auch in den nächsten Jahrzehnten weiter an. Unter dem Jugendquotienten versteht man die Anzahl der Personen, die jünger als 20 Jahre sind. Der Altersquotient beziffert die Personen, die älter als 60 Jahre sind.

Markant dabei ist, dass sich die Anzahl der Personen, die älter als 60 Jahre sind um mehr als 10 % vergrößern wird. Das bedeutet nun mal, dass zukünftig der Bedarf an Betreuungs- und Pflegedienstleistungen weiter ansteigen wird.

Durch den sich verändernden Jugendquotienten sinkt aber die Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter in dem selben Maße, wie der Altersquotient steigt. Ein Arbeitskräftemangel ist daher in ganz Deutschland branchenunabhängig vorauszusehen.

Im Dienstleitungssektor der Pflege und Betreuung von Senioren wird bereits jetzt aufgrund von Fachkräftemangel mit ausländischen Fachkräften gearbeitet. Zukünftig müssen also andere Möglichkeiten gefunden werden, sich der verändernden Anforderungen an Pflege- und Betreuungsleistungen zu stellen und den Fachkräftemangel zu kompensieren.

Die Abwanderung von Fachkräften aus dem Dienstleitungssektor Pflege und Betreuung von Seniorinnen und Senioren hat seine Ursachen. Alterswissenschaftler sprechen seit mehr als 20 Jahren davon, dass pflegende Menschen extrem körperlich und psychisch beansprucht werden. Dabei ist unerheblich, ob die Pflegenden Angehörige sind, in der ambulanten Pflege oder in der stationären Pflege tätig sind. Zudem haben die Berufe im Dienstleistungssektor Pflege ein schlechtes Image. Daher entscheiden sich auch immer weniger Jugendliche für eine Ausbildung in diesen Berufen.

Die vorhandenen Strukturen in der Pflege bieten unersätzliche und qualitativ hochwertige Pflege an. Diese sind jedoch für die künftigen Aufgaben hinsichtlich der Menge und der Angebotsvielfalt nicht mehr ausreichend. Zukünftig steht die Betreuung im Vordergrund, da nicht nur unsere Menschen immer älter werden, sondern dabei auch vitaler bleiben. Zudem haben und werden sich die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren verändern. Aktuelle Studien der Altersforschung haben ermittelt, dass bei aller Pflege oft an den wirklichen Bedürfnissen von Seniorinnen und Senioren vorbei agiert wird.

Somit stehen zukünftig folgende Aufgaben im Dienstleistungssektor Pflege und Betreuung von Seniorinnen und Senioren an:

  • Pflege- und Betreuungsdienstleistungen müssen sich am Bedarf der Seniorinnen und Senioren orientieren.
  • Der Dienstleistungssektor Pflege und Betreuung und seine Berufe müssen attraktiv gestaltet werden, sodass das Image nachhaltig verbessert wird.
  • Der Fluktuation von Fachkräften muss durch gezielte Qualifizierung sozialer Kompetenzen entgegen gewirkt werden.

2. Aufbau neuer Strukturen

Das persönliche und familiäre Budget sind begrenzt. Im Zuge der Rentenreformen wird für künftige Seniorinnen und Senioren ihr persönliches Budget noch geringer. Die Altersarmut wird also genauso ansteigen. So können Seniorinnen und Senioren die notwendige Betreuung und Pflege nicht mehr aus ihrer Rente oder dem Pflegegeld bezahlen.

Heute leben Familienmitglieder oft hunderte von Kilometern entfernt. Den klassischen Alleinverdiener gibt es kaum noch. Angehörige einer pflegebedürftigen Person haben so kaum die faktische Möglichkeit, die Pflege und Betreuung zu bewerkstelligen, wie es in früheren Strukturen einer Großfamilie möglich war.
Fehlende Angehörige müssen ersetzt werden. Pflegende Angehörige müssen entlastet werden. Die notwendige außerfamiliäre Betreuungs- und Pflegearbeit muss mehr auf sozialer Nähe basieren, damit sich die Bedürftigen nicht ins Abseits gedrängt fühlen.

Die individuellen Bedürfnisse der pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen erfordern eine enge und kooperative Zusammenarbeit und eine regionale Vernetzung der Akteure auf dem Dienstleitungsmarkt Pflege und Betreuung.
Ergänzende Betreuung, ambulante Pflege, teil- und vollstationäre Einrichtungen müssen künftig verzahnt werden, um den Bedürfnissen von Seniorinnen und Senioren gerecht zu werden, aber auch, um schneller und vor allem effizienter Hilfe leisten zu können. Dabei ist zugleich die Kooperation und Vernetzung mit Multiplikatoren regional wie überregional notwendig.

Multiplikatoren, oder auch Zuweiser genannt, sind alle Berufsgruppen, auf deren Empfehlung die Kunden in Ihre Einrichtung kommen, egal ob nur zu Besuch, zum Besichtigen oder zum Wohnen. Multiplikatoren dieser Art können sein, Hausärzte, Sozialdienste, Krankenhäuser, Apotheker, etc. Bis zu 40% aller Bewohner einer stationären Pflegeeinrichtung werden durch Multiplikatoren auf die Einrichtung aufmerksam gemacht.
Multiplikatoren koordinieren den Einzug im Auftrag der Angehörigen oder führen ihn auch eigenständig durch. Sie geben aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen Angehörigen, Bevollmächtigten und Kunden oft Rat und Empfehlung bezüglich der Eignung der jeweiligen Einrichtung in Bezug auf die zu betreuende oder pflegebedürftige Person.

Sparsames Wirtschaften und geschicktes Controlling, um den Wettbewerbsdruck zu begegnen, reichen künftig in den Einrichtungen der Pflege und Betreuung von Seniorinnen und Senioren nicht mehr aus. Schon jetzt haben die ersten Einrichtungen regional Belegungsprobleme. Die Zeiten von Wartelisten gehen den Ende entgegen.

Pflege- und Betreuungseinrichtungen werden zukünftig Maßnahmen zur Strategieentwicklung sowie eine Optimierung der internen Prozesse implementieren müssen. Nur diese Einrichtungen werden als Marktführer einen hohen Stand der Auslastung ihrer Einrichtung erreichen und sichern. Um den Herausforderungen in der Zukunft gerecht zu werden, müssen die Einrichtungen der Altenhilfe eine Leistungsspezialisierung und die Stärkung ihres Marketings vornehmen.

Auf dem Hintergrund der neuen Herausforderungen genügt es in Zukunft nicht mehr, sich auf die „Mund-zu-Mund“ Propaganda zu verlassen. Schätzungsweise die Hälfte der Kundschaft kommen heute noch von sich aus, also ohne Anstoß von Dritten in Ihre Einrichtung.

Schon heute präsentieren sich alle Einrichtungen im Internet und werben aktiv und professionell um die Kundschaft. Aber auch diese aktive Werbung reicht angesichts der neuen Herausforderungen nicht mehr aus.
Trotz und gerade durch die Internet- Suchmaschinen, wie Google, werden Sie aber auch ihre Konkurrenz von den Suchenden gefunden. Daher ist die Zusammenarbeit mit Multiplikatoren ein zentraler Punkt für Einrichtungen der Pflege und Betreuung geworden.

3. Die Zukunft gestalten

Der demografische Wandel unserer Gesellschaft ist in aller Munde. Daher schwemmen auf dem Dienstleitungssektor der Pflege und Betreuung gerade als Multiplikator immer mehr kommerzielle Anbieter. Das breite Angebot an diesen Dienstleistungen ist unüberschaubar geworden. Entscheidungsträger der realen Dienstleistungsanbieter auf dem Pflege- und Betreuungsmarkt haben es schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Zugleich müssen im Zuge immer knapper werdender Budget für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit die noch vorhandenen Mittel effizient eingesetzt werden. Hier gibt es noch keine Transparenz.

Um der moralischen, ethischen und sozialen Anforderungen für eine umfassende Pflege und Betreuung zukünftig gerecht zu werden, ist der Aufbau funktionierender regionaler und überregionaler Netzwerke die weit über die faktische Versorgung von Seniorinnen und Senioren hinausgeht, unumgänglich.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese Netzwerke aufzubauen. Dabei wollen wir Kommunen und Städte aktiv bei der transparenten Darstellung der regional vorhandenen Anbieter auf dem Pflege- und Betreuungsmarkt behilflich sein, um Ausgaben für Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit zu verringern.

Kommunalen Seniorenversorgungseinrichtungen, karikativen und gemeinnützigen, aber auch privat- wirtschaftlich geführte Einrichtungen unterstützen wir darin, ihren Mitarbeitern Sozial- und Handlungskompetenz zu vermitteln, um mit den körperliche und psychischen Belastungen durch ihre Tätigkeit zurecht zu kommen und sich den künftigen Aufgaben gewappnet zu sehen.
Aktiv wollen wir an der Imageverbesserung des Dienstleitungssektors Pflege und Betreuung sowie seiner Berufsbilder mitwirken, um der Abwanderung von Fachkräften aus dem Dienstleistungssektor entgegen zu steuern und die Berufe für Auszubildende interessant und für sie persönlich zukunftsträchtig zu gestalten.

Weiterhin wollen wir den Einrichtungen handlungsorientierte Hilfen anbieten, ihre Multiplikatoren zielgerichtet auszusuchen und die Kooperation mit den Multiplikatoren gewinnbringend zu gestalten. Die so frei werdenden finanziellen Kapazitäten können dann für die eigentliche Pflege und Betreuung genutzt werden und steigern so ebenfalls die Lebensqualität der Seniorinnen und Senioren.

Der Verein und seine Mitglieder unterstützen zudem die Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen www.pflege-charta.de.